Berlin.Noch vor einigen Wochen stand das Leben der sechs Monate alten Marla Helene auf Messers Schneide. Am 21. Juli transplantierten Ärzte im Deutschen Herzzentrum in Berlin der kleinen Rostockerin als eine der jüngsten Patienten in den vergangenen 23 Jahren ein Spenderherz, wie gestern bekannt wurde. Heute geht es Marla Helene besser. Am Dienstag sollen sie und ihre Mutter die Klinik verlassen und eine Rehabilitation antreten. Die Kleine sei "in einem ausgezeichneten Zustand", sagte der Herzchirurg Michael Hübler. Ohne die Operation wäre sie wahrscheinlich an den Folgen einer Herzschwäche gestorben.
Bei Marla Helenes Geburt am 12. Februar gab es nach den Worten ihrer Mutter Dajana L. (25) noch keine Hinweise auf die schwere Erkrankung. Erst vier Wochen später wurde im Krankenhaus ein angeborener Herzfehler festgestellt. Ende April kam Marla Helene mit dem Hubschrauber ins Berliner Herzzentrum, weil die Rostocker Ärzte ihr nicht mehr helfen konnten. Eine Medikamententherapie schlug nicht an. Knapp drei Monate brauchte man, um ein Spenderherz zu finden. Vom wem es stammt, weiß die Mutter nicht. In einer fünfstündigen Operation wurde Marla Helene das Organ eingepflanzt. Die größte Gefahr besteht nun darin, dass ihr Körper das implantierte Herzgewebe abstößt. Marla Helene wird deshalb ihr Leben lang Medikamente einnehmen müssen. Ob eine Abstoßung drohe, werde von Berlin aus täglich über eine funkgesteuerte Sonde, die bei der Operation mit implantiert wurde, überprüft, sagte eine Kliniksprecherin. Wie lange das Mädchen mit ihrem neuen Herz leben kann, ist ungewiss. In vielen Fällen wird spätestens nach 15 bis 20 Jahren eine neue Operation nötig.